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Überschrift Projektarbeit
Überschrift Projektarbeit

Was macht ihr da eigentlich?“ werden wir manchmal gefragt, oder „Wie setzt ihr Projektarbeit im Alltag um?“
Der Tagesablauf in unserem Kindergarten hat viele Gesichter: Freies Spiel, geplante und spontane Aktivitäten, gezielte Förderung, offene erlebnisorientierte Angebote, Angebote für die „Großen“ (Kindergartenclub).
Wichtig sind uns stets die Fragen:
• Wie können wir die Arbeit gestalten und planen, damit sie sich möglichst nah an der Lebenswelt der Kinder orientiert?
• Wie können die Kinder am besten lernen?

Unsere Antwort darauf ist die Projektarbeit.

Projekte findet man in vielen Berufen, in der Schule und Vereinen; dabei handelt es sich um Pläne, Vorhaben oder Probleme, an deren Bearbeitung man sich aktiv beteiligen kann.
Im Kindergarten ist dies ähnlich. Oft steht ein Ereignis im Raum oder eine Frage, mit der Kinder sich gerade besonders beschäftigen. Z.B.: In der Nachbarschaft des Kindergartens wird ein Erdloch ausgehoben, es werden Kanalrohre verlegt, es wird ein Holzhaus gebaut, …Unter den Kindern entstehen Diskussionen und viele Fragen rund um Bagger, Kran bis hin zu verschiedenen Erdschichten. Auch die Erzieher/innen sehen sich oft mit Fragen konfrontiert, die sie nicht ohne weiteres beantworten können. So entscheidet man sich nach einigen Überlegungen mit den Kindern auf Entdeckungsreise zu gehen und keine fertigen Antworten zu präsentieren. Das „Baustellenprojekt“ ist geboren. Die Kinder sind motiviert und sie haben einen lebensnahen Bezug zum Thema.

Erzähle mir
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Der Weg ist das Ziel

Die Erzieher/innen fertigen einen Entwurf an, müssen aber zunächst nach vielen Seiten offen bleiben. Es gilt, das Projekt den Fragen der Kinder anzupassen, ihre Ideen in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen und selbst ebenfalls die richtigen Fragen an die Kinder zu stellen, denn sie sind beteiligt: „Was wissen sie bereits?“, „Was erscheint ihnen wichtig?“, „Was wollen sie unbedingt heraus finden?“
Im Gegensatz zu vorgefertigten Programmen, in denen der Erwachsene bestimmt, was aus seiner Sicht lernenswert erscheint, entscheiden hier die Kinder über Inhalte mit. Aus lernbiologischer Sicht ist dies ein optimaler Weg neue Informationen im Zusammenhang mit vorhandenem Wissen abzuspeichern.
In Projekten wird ein Thema von vielen Seiten beleuchtet, und die Kinder können sich intensiv mit dem Bereich beschäftigen, der sie besonders interessiert. Die einen sind fasziniert von der Technik der Baufahrzeuge; die anderen überlegen, wie das Dach aufs Haus kommt.
Emma und Karl buddeln täglich im Sand bis sie auf Grund stoßen. Kai und Ben bauen Mauern mit Schuhkartons und Steinen. Jede Altersgruppe hat die Möglichkeit sich, ihrem Entwicklungsstand entsprechend, mit dem Thema zu beschäftigen.
Ein Projekt sollte immer „fehlerfreundlich“ ausgerichtet sein: „Welche lehrreichen Erfahrungen konnten die Kinder machen?“, „Bei welcher Bauweise ist die Mauer besonders stabil, wann eher nicht?“ Fehler sind notwendige Schritte zu einer passenden Lösung.
Erwachsene nehmen in der Projektarbeit auch mal mehr und mal weniger die Rolle eines/einer Moderators/Moderatorin ein, nicht des/der „Wissenden“.

Vieles verstanden
Vieles verstanden

Eltern aktiv beteiligen

Eltern werden gerne in Projekte eingebunden, eventuell als Fachmann oder –frau, um bestimmte handwerkliche Tipps zu geben oder zu Hause mit den Kindern gemeinsam auf die Suche nach einer Antwort zu gehen.
Wir wollen Eltern ermutigen, ihre Ideen beizusteuern und sich an unseren Projekten und den manchmal damit verbundenen kleinen „Hausaufgaben“ zu beteiligen.
Je nach Projektthema kommt es vor, dass jahreszeitliche Aktionen oder Basteleien eher in den Hintergrund rücken. Die Kinder und Erzieher/innen beschäftigen sich dann gerade mit anderen Dingen.
Auch die sichtbaren Ergebnisse in der Projektarbeit können mitunter auf sich warten lassen; dafür gibt es aber viele lehrreiche Prozesse und Erfahrungen, ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“.
Projektarbeit im Kindergarten: Ein Gewinn für alle Beteiligten.